KIA EV4 Ganzjahresreifen / GJR / Allwetterreifen Erfahrungen und Bilder

  • Warum nimmt man für den Winter GJR mit allen ihren Nachteilen, wenn man eh einen 2. Satz mit Sommerreifen für den Sommer fährt???

    Ich habe mich ganz bewusst für den Weg entschieden: Sommerreifen im Sommer und Ganzjahresreifen (GJR) im Winter.

    Warum? Hier kurz meine Beweggründe:

    1. Reale Straßenbedingungen im Winter:

      Reine Winterreifen sind Ganzjahresreifen im Grunde nur noch auf Schnee und Eis überlegen – und selbst dort liegt der Unterschied bei guten aktuellen Modellen oft nur noch im einstelligen Prozentbereich. Sobald die Straße aber einfach nur nass oder trocken-kalt ist, dreht sich das Bild komplett: Hier bremst und fährt ein guter GJR spürbar präziser und mit kürzerem Bremsweg als der klassische, weich lamellierte Winterreifen.

      Wenn ich mein Fahrprofil im Winterhalbjahr anschaue, fahre ich vielleicht wenige 100 km auf echter Schneedecke oder Eis, aber locker 6.000 bis 7.000 km auf kalter, nasser oder trockener Fahrbahn. Da möchte ich die maximale Sicherheit genau für die Bedingungen haben, die zu 95 % vorliegen.

    2. Effizienz & Verschleiß:

      Gute GJR bieten im Schnitt einen geringeren Rollwiderstand als reine Winterreifen (was sich gerade beim E-Auto direkt in der Reichweite bemerkbar macht) und sind auf festem Asphalt meist auch verschleißfester.

    3. Warum dann nicht einfach das ganze Jahr GJR?

      Ganzjahresreifen, die im Winter auf Schnee und Eis wirklich taugen, haben im Sommer einen entscheidenden Haken: Bei sommerlichen Temperaturen (vor allem ab 25 bis über 30 °C Asphalt- und Lufttemperatur) bauen sie im Vergleich zu einem echten Sommerreifen massiv ab. Die Gummimischung wird zu weich, das Einlenkverhalten schwammig und der Bremsweg aus Landstraßen- oder Autobahntempo verlängert sich teils dramatisch. Den Sommerreifen kann ein GJR bei echtem Sommerwetter schlicht nicht ersetzen.

    Unter dem Strich ist diese Kombination für mich der sicherste und effizienteste Weg. Sollte es an den wenigen Tagen im Jahr doch mal zu extremen Wintereinbrüchen kommen, habe ich meist die Option, den Wagen stehenzulassen. Und wenn die Fahrt doch sein muss, passe ich das Tempo an und vergrößere den Abstand – die passive Sicherheitsmarge lässt sich in diesen seltenen Ausnahmefällen über den Gasfuß wesentlich einfacher ausgleichen als die Nachteile eines weichen Reifens im Sommer.

  • Aha :/

    Statt Bauchgefühl, Übertreibungen und Mutmassungen habe ich mal die Daten des letzten AvD-Winterreifen- und GJR-Tests von der KI in einer Tabelle zusammenführen lassen.

    Die Unterschiede sind tatsächlich mittlerweile gering, von "Der Ganzjahresreifen ist in der Regel der klar bessere Reifen bei Trockenheit oder Nässe im Winter als der Winterreifen" oder "aber einfach nur nass oder trocken-kalt ist, dreht sich das Bild komplett" kann aber auch überhaupt keine Rede sein. Da ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens...

    Ein guter Winterreifen ist sowohl bei Nässe als auch auf trockener Straße immer noch besser als ein Ganzjahresreifen, wenn auch die Abstände nur noch gering sind, ebenso bei der Schneeperformance. Zum Beispiel kann aber selbst der beste getestete Ganzjahresreifen kann die Note des Pirelli auf Nässe nicht erreichen.

    (Tabelle zeigt Noten von 0 - 5, je höher, besto besser):

    pasted-from-clipboard.png


    Quellen.

    Reifentest Ganzjahresreifen 2026
    Der AvD bietet seit 1899 seinen Mitgliedern weit mehr als nur Pannenhilfe und Abschleppen. Vertrauen auch Sie über 100 Jahren Erfahrung rund ums Auto.
    avd.de

    AvD - Automobilclub von Deutschland
    Der AvD bietet seit 1899 seinen Mitgliedern weit mehr als nur Pannenhilfe und Abschleppen. Vertrauen auch Sie über 100 Jahren Erfahrung rund ums Auto.
    avd.de

    Bestellt 01/26: EV4 GT-Line; Deluxe-Weiß, P10, P11, P12 und AHK

    Übernommen: 17.04.26 ^^

  • passra

    Ich empfehle dir die Tests von Autobild, da ist meistens ein Referenz Sommerreifen und Winterreifen im Test mit dabei.

    Da werden die Unterschiede deutlicher.

    Ist nämlich was anderes als wenn die Reifen nicht gemeinsam getestet werden und man nur Noten unabhängig von den Testbedingungen vergleicht.

    https://www.tyrereviews.com/Tyre-Tests/2026-auto-bild-all-season-tyre-test.htm

    https://www.tyrereviews.com/Tyre-Tests/2026-autobild-all-season-tyre-test-for-evs-215-55-r18.htm

  • passra

    Kleiner Tipp, leg in deiner Tabelle noch den AvD Sommerreifentest dazu, dann merkst du wie absurd es wird wenn der Pirelli Winterreifen im Trockenen angeblich den meisten Sommerreifen überlegen ist.

    Die Erklärung ist ganz einfach, je nach Reifenkategorie sind die Maßstäbe andere um in den Teilbereichen auf eine bestimmte Note zu kommen, nur ein gemeinsamer Test mit allen Daten gibt also ein realistisches Bild.

  • passra

    Ich habe mal wie du die KI bemüht:

    Auto Bild verwendet in seinen großen Reifentests in der Regel keine namentlich festgeschriebenen "Dauer-Referenzreifen", sondern lässt je nach Saison und Testart anonymisierte, saisonale Premiumreifen außer Konkurrenz als Benchmark mitfahren. [1, 2]
    Das Magazin nutzt dieses System vor allem, um die Grenzen und die Notwendigkeit saisonaler Bereifung zu verdeutlichen sowie die relative Performance der Testkandidaten exakt einzuordnen. Das Prinzip unterscheidet sich je nach Testkategorie: [1]

    1. Ganzjahresreifentests (Die härteste Disziplin)

    Bei Tests von Allwetterreifen schickt Auto Bild grundsätzlich einen reinen Premium-Sommerreifen und einen reinen Premium-Winterreifen als Referenz mit ins Rennen: [1, 2]

    • Zweck: Sie dienen als absolute Baseline. Die Ganzjahresreifen müssen sich bei Hitze im Sommer gegen die Sommerreferenz und bei Eis und Schnee im Norden gegen die Winterreferenz beweisen. [1, 2, 3, 4]
    • Ergebnis-Einordnung: Hierdurch wird im Datenblatt für den Leser sofort sichtbar, wie viele Meter Bremsweg ein Allwetterreifen auf Schnee gegenüber einem echten Winterreifen verliert – oder wie stark er beim Trockenbremsen dem Sommerreifen hinterherhinkt. [1, 2]
  • passra

    Ich habe mal wie du die KI bemüht:

    Auto Bild verwendet in seinen großen Reifentests in der Regel keine namentlich festgeschriebenen "Dauer-Referenzreifen", sondern lässt je nach Saison und Testart anonymisierte, saisonale Premiumreifen außer Konkurrenz als Benchmark mitfahren. [1, 2]

    Die in den Links dargestellten Ergebnisse lassen sich m.E. ganz einfach zusammenfassen: Ein Winterreifen ist die beste Wahl auf Schnee, bei Trockenheit und Nässe ist er eher schlecht. Jetzt muss sich doch nur jeder anschauen wie er im Winter unterwegs ist. Ich wohne im Rhein-Main-Gebiet und fahre nicht in den Winterurlaub, deshalb steht eines unserer Autos auf Sommerreifen, das andere auf GJr. Und damit lege ich wahrscheinlich 95 bis 100% meiner Strecken mit dem besseren Modell zurück. Finnen, Schweden und Österreicher werden wahrscheinlich einen Winterreifen brauchen, Nord- und Mitteldeutsche eher nicht.

    EV4 GT-Line 81 kWh Blue Flame Metallic P10, P11, P12

  • Du kannst auch nicht einfach behaupten, dass Reifen X oder Y besser ist "bei Nässe" oder "bei Trockenem Wetter". Das hängt auch nochmal von der Temperatur ab.


    Fast überall in Deutschland sind die Winter mittlerweile so, dass du nur 3-4 Wochen Pro Jahr hast wo die Winterreifen wirklich besser sind als gute GJR. Und wenn du bei 17 Grad in Oktober schon mit Winterreifen Rum fährst, ist das wahrscheinlich sogar gefährlich...

    Kia EV4 GT, Blue Flame Metallic, keine Pakete

    Bestellt am 18.09.2026, erwartet Dezember 26

  • Fast überall in Deutschland sind die Winter mittlerweile so, dass du nur 3-4 Wochen Pro Jahr hast wo die Winterreifen wirklich besser sind als gute GJR.

    In meinem Fall wäre im letzten Winter ein Winterreifen nicht einen Tag besser gewesen. Ich bin nicht ein Mal auf Schnee gefahren!

    EV4 GT-Line 81 kWh Blue Flame Metallic P10, P11, P12

  • passra Danke für die Testergebnisse! Ich stand anfangs ganz genau an demselben Punkt.


    Meine Suche nach Winterreifen ging ursprünglich damit los, dass ich für den Winter einen möglichst leisen und effizienten Reifen haben wollte, der bei der Sicherheit aber keine oder kaum Abstriche macht. Leider gibt es aber so gut wie keine wirklich effizienten reinen Winterreifen.


    So bin ich überhaupt erst bei den Ganzjahresreifen gelandet – weil man ja immer wieder hört, dass die mittlerweile gar nicht mehr so schlecht sind. Und wenn man dann anfängt, sich durch die ganzen Tests zu wühlen (einige wurden hier ja schon genannt), wird es erst so richtig wild:


    Es ist nämlich absolut nicht mehr intuitiv. Vergleicht man z. B. mal die ADAC-Testsieger aus 2025 direkt anhand der Messwerte:

    Schaut man sich das an, steht die Welt kopf: Der Ganzjahresreifen steht beim Bremsen auf Schnee (9,1 m vs. 9,7 m) und auf Eis (14,7 m vs. 16,7 m) besser da als der reine Winterreifen – wäre also auf dem Papier der bessere Winterreifen. Umgekehrt bremst der Winterreifen im Trockenen (42,3 m vs. 42,8 m) und im Nassen (31,7 m vs. 33,2 m) kürzer und hat dort die besseren Noten – was ihn nach der Logik eigentlich zum besseren Ganzjahresreifen machen würde als den GJR selbst. Noch dazu attestiert der ADAC dem GJR leichte Schwächen beim Schneehandling und dem Winterreifen leichte Schwächen im Trockenen.


    Da fragt man sich unweigerlich: Wie kann das bitte sein?


    Genau deshalb habe ich dann weiter gegraben, sehr viel gelesen und bin letztlich zu dem Schluss gekommen, wie er oben steht. Vergleicht man isolierte Noten oder Daten aus getrennten Tests (mit unterschiedlichen Dimensionen, Fahrzeugen und Testtemperaturen), kommt genau so ein absurdes Bild heraus. Überzeugt haben mich letztlich die Tests, bei denen unterschiedliche Reifentypen im selben Testfeld unter exakt denselben Bedingungen gegeneinander angetreten sind – denn nur da wird das Bild wirklich vergleichbar.

  • eAUTO-THG-PRÄMIE (*) | Zubehör bei Amazon (*) | Zubehör bei Ebay (*) | Kfz-Versicherung (*)

    * Werbung / Affiliate Link - Du unterstützt unser Forum möglicherweise mit einer kleinen Provision. Danke!